Klauenpflege als Beruf
Klauenpflegende leisten einen wichtigen Beitrag zur Klauengesundheit und zum Tierwohl. Der Beruf verbindet praktisches Können, fundiertes Fachwissen und einen geschulten Blick für die Gesundheit und Bewegung von Rindern. Hier erfahren Sie mehr über das Berufsbild, die Qualifizierung sowie Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten und die Perspektiven in einem vielseitigen Tätigkeitsfeld.
Ein vielseitiger Beruf mit Zukunft
Klauenpflege ist Facharbeit.
Klauenpfleger*innen beurteilen den Gang und Bewegungsablauf von Klauentieren, um Probleme oder Verletzungen zu erkennen. Sie pflegen die Klauen und untersuchen diese auf Krankheiten. Außerdem beraten sie Tierhaltende und tragen so zur Verbesserung und Erhaltung der Gesundheit und des Wohlbefindens der Tiere bei.
Häufige Fragen zur Klauenpflege als Beruf
Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um Berufsbild, Qualifizierung und berufliche Perspektiven in der Klauenpflege.
Klauenpfleger*innen kümmern sich um die Klauengesundheit von Klauentieren, vor allem Rindern. Im Zentrum steht die vorbeugende funktionelle Klauenpflege durch einen regelmäßigen, fachgerechten Schnitt. Hinzu kommt die Behandlung von Erkrankungen, z.B. durch das Anlegen von Verbänden oder Entlastungshilfen.
Ziel ist es, Tiergesundheit und Tierwohl zu sichern und wirtschaftliche Schäden durch Klauenerkrankungen zu vermeiden.
Freude am Umgang mit Tieren, Spaß an handwerklicher Arbeit bei jedem Wetter und auch dort wo es schmutzig wird. Viele Klauenpfleger*innen kommen ursprünglich aus der Landwirtschaft oder Tierwirtschaft. Ein Quereinstieg ist durchaus möglich.
Da „Geprüfte/r Klauenpfleger/in“ kein klassischer Ausbildungsberuf (Lehre), sondern ein staatlich anerkannter Fortbildungsabschluss ist, führt der Weg häufig über praktische Arbeit in der Tierwirtschaft oder bei erfahrenen Klauenpfleger*innen. Darauf folgen in der Regel Lehrgänge (Grundkurs, Fortbildungslehrgang zur Prüfungsvorbereitung, weitere Qualifikationen), etwa über entsprechende Lehrgangsstandorte (Link zu der geplanten Auflistung auf der Webseite), und schließlich die Prüfung nach der Klauenpflege-Prüfungsverordnung (Link zur Verordnung auf der Webseite) vor der zuständigen Stelle.
Formal ist zur Prüfung zugelassen, wer eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt (§ 2 KlauenPflPrV):
- abgeschlossene Ausbildung als Landwirt/Landwirtin oder Tierwirt/Tierwirtin plus mindestens 6 Monate einschlägige Berufspraxis, oder
- ein anderer anerkannter Ausbildungsberuf plus mindestens 1 Jahr einschlägige Berufspraxis, oder
- mindestens 4 Jahre einschlägige Berufspraxis ohne entsprechenden Ausbildungsabschluss, oder
- der glaubhafte Nachweis gleichwertiger Fertigkeiten und Kenntnisse auf andere Weise
Ja. Seit der Klauenpflege-Prüfungsverordnung (KlauenPflPrV) vom 7. Februar 2011 gibt es bundesweit den staatlich anerkannten Fortbildungsabschluss „Geprüfte/r Klauenpfleger/in“. Die Prüfung gliedert sich in drei Teile: Tiergesundheit und Tierschutz (25 % der Note), Funktionelle Klauenpflege als praktische Arbeitsaufgabe mit Fachgespräch (60 %), sowie Rechtsgrundlagen, Wirtschafts- und Sozialkunde (15 %). Wer die Prüfung besteht und anschließend mindestens ein Jahr Berufspraxis nachweist, kann sich zur/zum „Fachagrarwirt/in Klauenpflege“ weiterqualifizieren – einer Führungsebene mit Schwerpunkt Betriebs- und Mitarbeiterführung.
Hinweis: Die Berufsbezeichnung ist bislang nicht gesetzlich geschützt. Der BVdK setzt sich für einheitliche Prüfungsstandards und eine stärkere Anerkennung des Berufsstandes ein.
- Weiterqualifizierung zum/zur Fachagrarwirt/in Klauenpflege
- Diplom-Lehrgang „Instruktor/in der funktionellen Klauenpflege“, u. a. an der HBLFA Raumberg-Gumpenstein
- Praxisseminare und Fachvorträge, u.a. bei VKKD und VgK
- E-Learning-Angebote, z. B. „Klauenfit“
- überregionaler fachlicher Austausch beim 3-Länder-Treffen (Deutschland/Österreich/Schweiz)
Ja. Klauenpflege wird sowohl angestellt – etwa in spezialisierten Klauenpflegebetrieben, landwirtschaftlichen Unternehmen oder Genossenschaften – als auch selbstständig ausgeübt. In der Praxis sind viele selbstständige Klauenpfleger*innen nebenberuflich tätig, häufig in Kombination mit einem eigenen landwirtschaftlichen Betrieb. Die Selbstständigkeit erfordert spürbare Anfangsinvestitionen – etwa für Klauenstand, Fahrzeug/Anhänger und Werkzeug – sowie den Aufbau eines eigenen Kundenstamms.
Eine weitere Alternative zum vollständigen Alleingang bietet der Zusammenschluss in einer Genossenschaft wie der Klauenpflegergenossenschaft Lohmen, die Aufträge, Organisation und teils auch Weiterbildung bündelt.
Klauengesundheit hat direkten Einfluss auf Tierwohl und Wirtschaftlichkeit von Rinderbetrieben – die Nachfrage nach qualifizierter Klauenpflege ist entsprechend hoch. Die Tätigkeit entwickelt sich zunehmend von reiner Handwerksarbeit hin zu einer beratenden Rolle, etwa bei der Ursachenanalyse von Lahmheiten (z. B. Mortellarosche Krankheit, Klauenrehe) in Zusammenarbeit mit Tierärzt*innen und Fütterungsberater*innen. Karrierewege reichen vom Einstieg als Geprüfte/r Klauenpfleger/in über die Weiterqualifizierung zum/zur Fachagrarwirt/in Klauenpflege bis zur Selbstständigkeit mit eigenem Betrieb oder der Anstellung in größeren Klauenpflege-Unternehmen und Genossenschaften.
Der BVdK setzt sich zudem für eine stärkere bundesweite Anerkennung des Berufsstandes ein, was die Perspektiven langfristig weiter verbessern soll.
Bereit für den nächsten Schritt?
Ob Einstieg in die Klauenpflege oder fachliche Weiterentwicklung – passende Lehrgänge und Fortbildungen helfen dabei, Wissen zu vertiefen und praktische Kompetenzen auszubauen. Entdecken Sie Qualifizierungsangebote für Ihren beruflichen Weg.
