Aktuelles aus dem BVdK: EuroTier, neues Qualitätssiegel und unsere Positionen
Wir gestalten die Zukunft der Klauenpflege. Was bewegt den Bundesverband der Klauenpflegenden? In diesem Rundschreiben informieren wir über die Vorstellung des neuen Siegels „Geprüfter Klauenpflegerin“, die Vorbereitungen zur EuroTier 2026 und die aktuellen Themen unserer Verbandsarbeit.
EuroTier 2026: Neues Siegel wird vorgestellt
Am 12. November 2026 von 10:00 bis 10:30 Uhr wird das gemeinsam von der DLG und dem BVdK entwickelte Siegel „Geprüfter Klauenpflegerin“ vorgestellt.
Auf der Veranstaltung sprechen Vertreter*innen der DLG, des BVdK und der Klauenpflegevereine. Wir freuen uns über eine zahlreiche Teilnahme und die Unterstützung unserer Mitglieder auf dem Podium.
Termin: 12. November 2026, 10:00–10:30 Uhr
Ort: Halle 12, Stand 12 G 28 – DLG Expert Stage Rind
Unterstützung am BVdK-Messestand gesucht
Für unseren Messestand auf der EuroTier benötigen wir noch Freiwillige für den Standdienst. Wer mithelfen möchte, meldet sich bitte bei Hannes unter hansjoachim.herrmann@gmx.de.
Das kleinste Zeitfenster für einen Standdienst beträgt zwei Stunden. Jede Person, die auf der EuroTier ist und zwei Stunden Zeit investieren kann, ist herzlich eingeladen, sich einzubringen.
Präsenztreffen in Kassel: Gemeinsam Positionen entwickeln
Am 15. und 16. Oktober 2026 trafen sich neun Mitglieder, darunter ein Vorstandsmitglied, in Kassel. Im Mittelpunkt stand die Arbeit am Fragen-und-Antworten-Katalog für den Messestand.
Für jede Frage wurde eine inhaltlich einheitliche Position erarbeitet. Damit verfügt der BVdK über eine verbindliche Grundlage für die Kommunikation auf der EuroTier. Mitglieder, die nicht teilnehmen konnten, hatten die Möglichkeit, die Fragen schriftlich zu beantworten und sich so ebenfalls an der inhaltlichen Gestaltung zu beteiligen.
Auch die Website war Thema des Treffens. Das Ziel, bis zur EuroTier einen neuen Internetauftritt zu erstellen, wurde weiter vorangebracht.
Weitere Themen waren:
- das Unterstützungsplakat für den Messestand
- der Aufbau unabhängiger Einnahmequellen
- die Ausrichtung des Dreiländertreffens Klauenpflege 2027
- die Aktivierung der Beiräte „Vereine“ und „Wissenschaft“
Vielen Dank an Hannes für die Organisation des Treffens und an alle Teilnehmenden für ihren Einsatz und ihr Engagement.
Fragen und Antworten zur Arbeit des BVdK
Für die Kommunikation am Messestand haben die Mitglieder gemeinsame Antworten auf zentrale Fragen zur Verbandsarbeit erarbeitet. Die folgenden Positionen bilden die vereinbarte Grundlage für die Vertretung des BVdK auf der EuroTier.
1. Wie viele Mitglieder hat der BVdK?
Der BVdK hat etwa 30 Mitglieder. Viele von ihnen sind zusätzlich Mitglied in bestehenden Regionalverbänden.
2. Wie viele Mitglieder sind Tierärztinnen und wie viele Klauenpflegerinnen?
Die Mehrheit der Mitglieder sind Klauenpflegerinnen. Darüber hinaus gehören zahlreiche Tierärztinnen und einige Berater*innen aus dem Bereich Klauengesundheit zum Verband.
3. Wird der BVdK eigene Veranstaltungen organisieren?
Der BVdK versteht sich als politische Interessenvertretung der Klauenpflegenden. In diesem Zusammenhang wird er Veranstaltungen durchführen und die Arbeit der regionalen Verbände unterstützen.
4. Welche Rolle spielen bestehende Vereine wie VKKD und VgK?
Der BVdK steht in engem Austausch mit den regionalen Vereinen. Die Satzung sieht einen „Beirat der Vereine“ vor. Vertreter*innen bestehender Organisationen sind im Vorstand vertreten und gewährleisten den Austausch.
Der Bundesverband ergänzt damit die regional und praktisch ausgerichtete Arbeit der bestehenden Organisationen.
5. Strebt der BVdK einen Ausbildungsberuf Klauenpfleger*in an?
Der BVdK setzt sich für die bestmögliche Qualifizierung der Klauenpflegenden ein.
Derzeit können die Prüfung zur/zum „Geprüften Klauenpflegerin“ beziehungsweise die Qualifikation als Fachagrarwirtin Klauenpflege nach der Klauenpflege-Prüfungsverordnung vom 7. Februar 2011 abgelegt werden. Eine verpflichtende Qualifizierung besteht bislang nicht.
Der BVdK strebt eine verpflichtende Qualifizierung für die gewerbliche Klauenpflege und die praktische Arbeit an der Klaue an – einschließlich Landwirtinnen und Tierärztinnen, die Klauenpflege ausüben möchten.
Für gewerblich tätige Klauenpflegende soll dies das Bestehen der Prüfung zur/zum „Geprüften Klauenpflegerin“ bedeuten. Für Landwirtinnen und Tierärzt*innen ist ein mehrtägiger Grundkurs vorgesehen.
6. Soll Personen ohne verpflichtende Qualifikation die Berufsausübung verboten werden?
Der BVdK fordert eine verpflichtende Qualifizierung nach der Klauenpflege-Prüfungsverordnung vom 7. Februar 2011 für alle, die künftig gewerblich Klauenpflege ausüben wollen.
Nach aktuellem Recht kann gewerblich tätigen Klauenpfleger*innen die Berufsausübung nicht allein deshalb verboten werden, weil sie diese Qualifikation nicht besitzen.
7. Reicht der Besuch von Kursen für die Qualifizierung aus?
Der BVdK strebt an, dass gewerblich tätige Klauenpfleger*innen die Prüfung nach der Klauenpflege-Prüfungsverordnung vom 7. Februar 2011 bestehen.
Vorbereitungskurse werden ausdrücklich empfohlen, da die Prüfung anspruchsvoll ist. Auch Weiterbildung und regelmäßige Auffrischung des Wissens sind wichtig.
8. Vertritt der BVdK Klauenpfleger*innen bei der IHK?
Das Thema einer möglichen Pflichtmitgliedschaft in der IHK ist dem BVdK bekannt und wird bereits bearbeitet. Der Vorstand hat dazu Kontakt mit der IHK aufgenommen.
9. Wie blickt der BVdK über den Tellerrand?
Durch seine Mitgliederstruktur verfügt der BVdK über ein ausgeprägtes Netzwerk im In- und Ausland. Es findet ein regelmäßiger Austausch mit anderen Klauenpflegeorganisationen, der DLG, wissenschaftlichen Institutionen und Bildungseinrichtungen statt.
10. Warum sind die Mitgliedsbeiträge des BVdK vergleichsweise hoch?
Der BVdK möchte die Interessen der Klauenpflegenden professionell vertreten und als kompetenter Ansprechpartner für Fragen zur Klauengesundheit und zur Qualifikation in der Klauenpflege wahrgenommen werden.
Diese Arbeit lässt sich langfristig nicht ausschließlich ehrenamtlich leisten. Um die angestrebte Wirkung zu erreichen, müssen perspektivisch hauptamtliche Strukturen aufgebaut werden. Im Vergleich zu anderen Interessenvertretungen bewertet der BVdK seine Mitgliedsbeiträge als eher moderat.
11. Wie setzt der BVdK seine Ziele um und wie grenzt er sich von bestehenden Vereinen ab?
Der BVdK möchte Ansprechpartner für Politik, Verwaltung und Wirtschaft sein und die Interessen des Berufsstandes bei Themen rund um die Klauengesundheit vertreten.
Dafür braucht es eine gute Vernetzung und aktive Mitglieder, die diese Netzwerke aufbauen und lebendig halten. Perspektivisch sollen hauptamtliche Strukturen entstehen.
Der BVdK versteht sich als Interessenvertretung im positiven Sinne. Eine ausdrückliche Abgrenzung von bestehenden Vereinen ist nicht erforderlich: Diese sind regional und stark praxisorientiert tätig und ergänzen damit die Arbeit des Bundesverbandes sinnvoll.
12. Vermittelt der BVdK Klauenpflegende an Landwirt*innen?
Auf seiner Website bietet der BVdK Links zu entsprechenden Angeboten der Regionalverbände an.
Mit dem gemeinsam mit der DLG entwickelten Siegel „Geprüfter Klauenpflegerin“ unterstützt der Verband außerdem mehr Transparenz und ein stärkeres Qualitätsbewusstsein in der Klauenpflege.
13. Unterstützt der BVdK bei Schwierigkeiten mit Klauenpflegerinnen oder Tierärztinnen?
Der BVdK bietet keine Rechtsberatung an. Er kann jedoch Kontakte zu möglichen Sachverständigen herstellen.
14. Wer beantwortet E-Mails an info@ und mail@?
Informationen zu den zuständigen Ansprechpartner*innen finden sich im Organigramm auf der Website des BVdK.
15. Warum bist du Mitglied im BVdK?
Die persönlichen Beweggründe sind unterschiedlich. Jedes Mitglied kann seine eigenen Gründe nennen, warum es sich im Bundesverband engagiert.
16. Warum sollte ich Mitglied im BVdK werden?
Mit einer Mitgliedschaft gibst du deinen Interessen eine Stimme und wirst Teil einer Gemeinschaft, die Anliegen der Klauenpflegenden mit größerer Durchschlagskraft vertreten kann.
Nur als Mitglied kannst du die Arbeit des Verbandes mitbestimmen.
17. Wie kommuniziert der bundesweit aufgestellte BVdK miteinander?
Der Austausch erfolgt über Online- und Präsenzversammlungen, Mitgliederrundschreiben, die Website und soziale Medien sowie über die Zusammenarbeit mit Klauenpflegevereinen und Bildungseinrichtungen.
18. Können auch Menschen aus dem Ausland Mitglied werden?
Ja. Für eine ordentliche Mitgliedschaft verlangt die Satzung Volljährigkeit und einen beruflichen oder geschäftlichen Bezug zur Klauenpflege, nicht jedoch die deutsche Staatsangehörigkeit.
Auch der Beirat „Vereine“ steht ausdrücklich Organisationen im In- und Ausland offen. Der BVdK wurde im Rahmen eines deutsch-österreichisch-schweizerischen Dreiländertreffens gegründet.
19. Wie bleibt die Versorgung der Nutztiere bei einer verpflichtenden Qualifizierung sichergestellt?
Der BVdK ist überzeugt, dass eine verpflichtende Qualifizierung die Qualität der Klauenpflege und damit die Versorgung der Nutztiere nachhaltig verbessern wird.
Mehr Menschen werden den Beruf ergreifen, wenn er ein gutes Einkommen und attraktive Arbeitsbedingungen bietet.
20. Wie werde ich Klauenpfleger*in?
Der BVdK empfiehlt, zunächst an einem Schnupperkurs teilzunehmen und Kontakt zu einer/einem Lehrklauenpfleger*in zu suchen, um die Arbeit kennenzulernen und nach Möglichkeit mitzufahren.
Dabei lässt sich herausfinden, ob der Beruf den eigenen Vorstellungen entspricht. Gleichzeitig können Kontakte zu Bildungseinrichtungen geknüpft werden, an denen Prüfungen abgelegt und Vorbereitungskurse besucht werden können.
Diese Kurse vermitteln fachliches Wissen und ermöglichen den Zugang zu einem beruflichen Netzwerk. Eine Liste von Lehrklauenpfleger*innen ist in Vorbereitung.
21. Bietet der BVdK vergünstigte Einkaufsmöglichkeiten?
Eine Einkaufsgenossenschaft oder vergleichbare Vergünstigungen gibt es derzeit nicht. Perspektivisch ist ein solches Angebot denkbar.
Grundsätzlich versteht sich der BVdK als berufsständische Interessenvertretung. Auch der Wissenstransfer gehört zu seinen Aufgaben.
22. Was hat die Tierklinik in Leipzig mit dem BVdK zu tun?
Leipzig ist der Vereinssitz des BVdK.
23. Gibt es auf der Website eine Übersicht der Kursangebote in den einzelnen Bundesländern?
Eine entsprechende Übersicht der Kursangebote soll auf der Website eingerichtet werden. Die Umsetzung ist in Arbeit.
24. Gibt es Kontakte zu Versicherungen oder Vereinbarungen für Klauenpflegende?
Der BVdK plant, sich künftig für die Aushandlung eines Rahmenvertrags einzusetzen.
25. Was kostet eine Klauenpflege?
Die Abrechnung erfolgt je nach Anbieter nach Stückzahl, im Stundenlohn oder über Kombinationsmodelle. Hinzukommen können Anfahrts- und Reinigungskosten.
Zusätzlicher Aufwand, beispielsweise für Verbände, Klötze oder tierärztliche Tätigkeiten wie eine Anästhesie, wird ebenfalls separat berechnet. Einheitliche Preise gibt es nicht.
26. Wie unterstützt der BVdK Klauenpflegende beim Einstieg in den Beruf?
Der BVdK stellt Kontakte zu geeigneten Bildungsstätten und regionalen Verbänden her. Darüber hinaus plant der Verband, gezielte Informationen zur Existenzgründung bereitzustellen.
Gemeinsam gestalten wir die Zukunft der Klauenpflege.
Der BVdK setzt sich für die Interessen der Klauenpflegenden, eine hochwertige Qualifizierung und die Weiterentwicklung der Klauengesundheit ein. Mitglieder und Interessierte sind eingeladen, sich einzubringen und die Verbandsarbeit aktiv mitzugestalten.
